Spielberichte


Endspiel des Krombacher Kreispokal

Wäre beim 17. Kreispokalendspiel des Kyffhäuserkreises einer mit dem Fußball- Phrasenschwein herumgegangen er hätte reiche Beute gemacht. Vom Pokal mit seinen eigenen Gesetzen über das (Gegen-) Tor zum psychologisch (un-) günstigsten Moment bis zum Fazit, dass im Fußball nicht unbedingt immer die bessere Mannschaft gewinnt, wurde alles zitiert.
Sondershausen. Es kann nur einen Sieger geben. So ist das halt in allen K.o.-Spielen. Jedes Pokalfinale ist ein solches. Die Szenen kurz nach dem Abpfiff sind programmiert, ehe der Ball auch nur freigegeben ist. Überbordender Jubel, Spielerknäuel und Bierdusche für den Trainer in der einen, meist einsame Enttäuschung, Niedergeschlagenheit, vielleicht sogar ein paar verquetschte Tränen, oft auch Ärger bei Spielern und Anhängern in den anderen Farben. Am Samstagabend jubelte Ebeleben. Clingen trauerte den verpassten Chancen nach. So viele waren es nicht. Da ging Handwerk vor Kunsthandwerk! Symptomatisch die unsanften Begegnungen, die auf Clingener Seite der zur Pause eingewechselte Denis Wischnewski (53.) und für Ebeleben schon in der Schlussphase Sebastian Meyer mit einem Torpfosten hatten.

Große Gelegenheiten verpasst, große Schmerzen erlitten. "Das tat schon höllisch weh, aber in so einem Spiel musst du das aushalten", sagte Meyer nach dem Abpfiff. In einem Kampfspiel (KKFA-Chef Jürgen Schweser: "Typisch Pokal, so mag ich es!") genügte den Ebelebenern ein glücklicher Moment. Steffen Mantai scherte sich in Torjägermanier nicht darum, dass hinter ihm ein gefoulter Mitspieler noch lamentierte, sondern schnappte sich den Ball, ging ein paar Meter und zog ab. Der Schuss saß (0:1/42.), mag haltbar ausgesehen haben, war es aber nicht. Ein übler Flatterball aus der einen, ein genialer Kunststoß aus der anderen Perspektive. "Hast du die Flugbahn gesehen?!", staunte Clingens Torwart André Billert noch tief in Durchgang zwei in einem ruhigeren Moment mit einem ihm hinter seinem Tor Mut machenden Anhänger. Es war dieses eine Tor, das zählte.

Nicht die Mehrzahl der Chancen für Clingen, nicht deren gewaltiger Vorsprung in der Zahl der Ecken, auch nicht der Sieg in der B-Note bei den Fans. Klasse, wie die sich ausstaffiert und nicht nur gesanglich auf das Finale vorbereitet hatten. Sogar drei Esel, es ist der Spitzname der Clingener, hatten sie mit. Einen steckenpferd-ähnlichen und gar zwei echte. "Hätte Clingen gewonnen, ich hätte auch den Eseln eine Medaille umgehängt", sagte Schweser. Die Ebelebener aber müssen nicht einmal nach dem kollektiven Sieg-Taucher das Dressegeld blechen. "Das mach ich umsonst", so Urgestein Lutz Greuel, der nach schlafloser Nacht Freudentränen im Augenwinkel hatte. Übrigens: Genau vor 20 Jahren schoss Jürgen Mantai seine Truppe zum Pokalsieg über Clingen, Samstag war es Steffen, genannt "Dette". Wie der Vater, so der Sohn. Geschichte wiederholt sich.
Quelle: Armin Burghardt / 02.05.11 / Thüringer Allgemeine
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Fußballfest für 1000 Fußballfans in Ebeleben

Seit 17.05.2010 steht das Allzeit-Hoch des Ebelebener Fußballs bei 962 zahlenden Zuschauern.
Nicht schlecht für ein Duell David gegen Goliath und vor allem für einen Wochenanfang
und ein toller Auftakt für Rot-Weiß Erfurts Heimspieltour 2010.
Nach gut 75 Minuten war es soweit.
Ebeleben/Erfurt. Ausgerechnet einer, der sonst Tore verhindern soll,
Rot-Weiß Erfurts gerade als Stürmer eingewechselter Ersatztorwart Jonas Heidrich,
traf zum 9:0 für den Bundesligisten gegen die tapferen Ebelebener Kreisklässler.
 Hinter der Anzeigetafel machte sich Unsicherheit breit.
 Das Ebelebener Analogmodell mit Wechselschildern kennt keine zweistelligen Resultate.

Nicht für die Heimmannschaft, nicht für Gäste - egal, wie sie heißen.
 Ausgerechnet ein Frankenhäuser im Dress der Rot-Weißen, Christopher Handke,
machte das Malheur mit dem zehnten Treffer der Erfurter eine Minuten vor Schluss für alle offensichtlich.
Der "Stadionsprecher" hängte das Täfelchen mit der "1" kurzerhand dahin, wo noch immer die "0" prangte.


Doch der VfL wollte keine Geschenke. Schon zuvor waren Marco Rechner, Alexander Breitlauch,
 Benjamin Lensen, Markus Rindermann aussichtsreich gescheitert.
 Doch mit der letzten Aktion spritzte Markus Rechner in einen Eckball
 Benjamin Lensens - und die "1" konnte stehen bleiben.
 Schiedsrichter Oliver Lossius pfiff gar nicht mehr an, sondern gleich ab.
 Ein toller Tag für Fußball-Ebeleben. Für Rot-Weiß trafen Rockenbach (2), Kammlott, Beck (2),
 Ströhl (FSS), Smisek, Langer, Heidrich und Handke.


Quelle: 18.05.10 / Thüringer Allgemeine